Oralchirurgie
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Periimplantitis

Wenn sich das Gewebe rund um ein Zahnimplantat entzündet, spricht man von einer Periimplantitis. Wird diese nicht rechtzeitig behandelt, führt die Entzündung zum Abbau von Knochengewebe und damit zur Lockerung des Implantats.

Im folgenden Text erläutern die Completdent-Implantationsexperten, welche Ursachen zur Entstehung einer Periimplantitis führen können, mit welchen Symptomen sich die Erkrankung äußert und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Was ist eine Periimplantitis?



Ein Zahnimplantat ist – analog zur natürlichen Zahnwurzel – im Kieferknochen verankert. Das darüberliegende Zahnfleisch umschließt den Implantathals sowie ggf. die darauf aufgesetzte künstliche Zahnkrone.

Bei einer Entzündung von Zahnfleisch und Knochengewebe im unmittelbaren Umfeld des Implantats spricht man von einer Periimplantitis. Diese Erkrankung ist mit der Parodontitis, der Erkrankung des Zahnhalteapparats beim natürlichen Zahn, vergleichbar und ist ähnlich gefährlich.

Die Periimplantitis gefährdet die Stabilität des Implantats und kann, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird, zur Lockerung des Implantats und schließlich zum Implantatverlust führen.

Angesichts der wachsenden Beliebtheit von implantatgetragenem Zahnersatz sowie dem überwiegend älteren Patientenkreis beobachten wir in den letzten Jahren eine Zunahme der Periimplantitis-Diagnosen. Statistisch gesehen treten periimplantitäre Symptome bei 20 Prozent aller Implantatträger innerhalb von 5-10 Jahren nach der Implantation auf.

Was sind die Ursachen einer Periimplantitis?



Wenn um ein Implantat herum eine Periimplantitis entsteht, ist meist mangelnde Mundhygiene die Ursache. Zudem kann eine Periimplantitis auch durch bestimmte Prädispositionen begünstigt werden oder auf Behandlungsfehler zurückgehen.

Männer sind häufiger von einer Periimplantitis betroffen als Frauen. Ältere Menschen haben zudem statistisch gesehen ein erhöhtes Periimplantitis-Risiko.

Mangelnde Mundhygiene als Ursache einer Periimplantitis



Die häufigste Ursache einer Periimplantitis ist mangelnde Mundhygiene: Wenn die Zahnbeläge (Plaque) nicht regelmäßig entfernt werden, begünstigt dies eine übermäßige Vermehrung von Bakterien, die schließlich eine Entzündungsreaktion des Gewebes auslösen.

Plaque sammelt sich an sämtlichen Zahnoberflächen, insbesondere in den Zahnzwischenräumen. Dazu kommen besondere Problemstellen bei Zahnimplantaten:

  • in den Zahnfleischtaschen, da der Zahnfleischsaum das Implantat weniger fest umschließt als einen natürlichen Zahn
  • unter dem Rand der auf dem Implantat aufgesetzten künstlichen Zahnkrone
  • bei zweiteiligen Implantatsystemen ggf. auch in dem Mikrospalt zwischen Implantatkörper und Abutment.

Aus diesem Grund ist die tägliche Mundpflege für Implantatträger besonders wichtig. Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie den oben genannten Problemstellen widmen. Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt oder Prophylaxe-Experten in der korrekten Reinigung des Implantats mit Interdentalbürsten und Zahnseide unterweisen!

Zudem sollten Sie regelmäßig eine Professionelle Zahnreinigung als ergänzende Prophylaxe-Maßnahme durchführen lassen: Sie erzielt eine besonders intensive Reinigung der Zahnoberflächen und Zahnzwischenräume; zudem wird auch die Implantatoberfläche gereinigt.

Prädispositionen als Ursache einer Periimplantitis



Das Risiko, an einer Periimplantitis zu erkranken, hängt auch von genetischen Faktoren ab: Manche Menschen neigen veranlagungsbedingt stärker zu entzündlichen Erkrankungen als andere. Ebenso ist die Knochendichte individuell verschieden.

Ein erhöhtes Periimplantitis-Risiko besteht zudem bei:

  • unbehandelten Entzündungen im Mundraum: bei einer Zahnfleischentzündung oder gar Parodontitis im Bereich der natürlichen Zähne können Entzündungserreger auch auf den Implantatbereich übergreifen.
  • Tabakkonsum: die im Tabak enthaltenen Giftstoffe belasten das Immunsystem und begünstigen Entzündungen im Mundraum, daher ist gerade Implantatträgern zum Rauchverzicht zu raten.
  • Bruxismus: das nächtliche Zähneknirschen führt zur übermäßigen mechanischen Belastung des Implantats und reizt das umliegende Knochengewebe.
  • Diabetes mellitus: schlecht eingestellte Blutzuckerwerte begünstigen Entzündungen im Mundraum.
  • Chemotherapie
  • Osteoporose bzw. Osteoporose-Therapie mit Biphosphonaten


Behandlungsfehler als Ursache einer Periimplantitis



Wird bei der Implantation das vitale Knochengewebe beschädigt, wird die Osseointegration behindert und das Risiko einer Periimplantitis steigt. Hier kommen sowohl mechanische wie auch thermische Trauma, also übermäßiger Druck oder Überhitzung, als Auslöser in Frage.

Ein erhöhtes Entzündungsrisiko besteht auch, wenn das Gewebe durch Zahnzement-Rückstände gereizt wird: ein erfahrener Implantologe achtet beim Aufsetzen der Suprakonstruktion daher stets auf die sorgfältige Reinigung des Implantatumfelds.

Zudem kann eine fehlerhafte Anpassung der Suprakonstruktion zur dauerhaften Zug- bzw. Druckbelastung des Implantats führen. Dies erhöht die Entzündungsneigung des umliegenden Gewebes.

Welche Symptome treten bei einer Periimplantitis auf?



Eine Periimplantitis äußert sich zunächst mit ähnlichen Symptomen wie eine Zahnfleischentzündung, später ähnelt die Symptomatik der Parodontitis:

  • süßlicher Mundgeruch, ggf. auch Eitergeschmack
  • Schmerzen beim Zähneputzen, wenn die Bürste die entzündete Schleimhaut berührt
  • Zahnfleischbluten beim Essen und/oder Zähneputzen
  • Zahnfleischrückgang, sodass der Rand der künstlichen Krone und ggf. der obere Teil des Implantats sichtbar wird
  • Knochenrückgang (nur auf Röntgenbildern erkennbar)
  • Implantatlockerung bis hin zum Implantatverlust

Implantatträger sollten erste Entzündungssymptome daher nicht auf die leichte Schulter nehmen und im Zweifelsfall zahnärztlich abprüfen lassen, um eine eventuelle Ausweitung der Entzündung gleich im Frühstadium zu unterbinden.

Welche Verlaufsformen hat eine Periimplantitis?



Bei der Periimplantitis handelt es sich um eine progressiv fortschreitende Entzündung, die von der Mundschleimhaut ausgeht und später auf das Knochengewebe des Implantatbetts übergreifen kann.

  • Mukositis: Die Erkrankung beginnt zunächst mit der Entzündung der Schleimhaut, die den Implantathals umgibt. Diese ist weniger gut durchblutet als beim natürlichen Zahn und somit anfälliger für Infektionen. Die Mukositis ist in der Regel reversibel, d.h. sie heilt bei geeigneter Behandlung gut ab.
  • Periimplantitis: Wird die Mukositis nicht rechtzeitig behandelt, greift sie von der Schleimhaut auf das darunterliegende Knochengewebe rund um das Implantat über. Das Implantatbett wird durch sukzessiven Knochenabbau geschädigt und das Implantat verliert an Stabilität.


Wie läuft die Diagnostik einer Periimplantitis ab?



Für Implantatträger sind die zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen im Halbjahresrhythmus besonders wichtig: Oft werden die ersten Anzeichen einer beginnenden Periimplantitis bereits bei der Routinekontrolle erkannt.

Wenn der Patient bereits selbst erste Symptome spürt, ist ein baldiger Arztbesuch dringend nötig, um eine genaue Diagnose zu stellen und geeignete Maßnahmen einleiten zu können!

Röntgenologische Untersuchung



Bei Verdacht auf eine Periimplantitis werden Röntgenbilder angefertigt, um den Zustand des Knochengewebes im Implantatbett zu überprüfen. Auf diesen kann der Zahnarzt den Fortschritt des Knochenabbaus gut beurteilen.

Erregertest (PET-Test)



Zusätzliche Sicherheit schafft die Laboruntersuchung einer Plaque-Probe: Der PET-Test (Parodontitis- bzw. Periimplantitis-Erreger-Test) ermöglicht die Bestimmung der Bakterienart und damit die Auswahl eines geeigneten Antibiotikums.

Zu den häufigsten Erregern zählen:

  • gram-negative Bakterien
  • Staphylococcus aureus
  • Tannerella forsythia
  • Campylobacter species
  • Peptostreptococcus micros


Wie läuft bei einer Periimplantitis die Behandlung ab?



Die Behandlung der Periimplantitis orientiert sich am Fortschritt der Erkrankung – je früher die Entzündung erkannt wird, desto besser die Chancen auf Heilung und Erhalt des Zahnimplantats.

Die moderne Zahnmedizin bietet folgende Behandlungsoptionen:

  • Im Anfangsstadium gilt es vor allem, die Entzündung einzudämmen – hier kommen antibakterielle Mundspülungen und Antibiotika zum Einsatz.
  • Bei fortgeschrittenem Knochenabbau kann auch eine chirurgische Intervention zur Entfernung des geschädigten Knochengewebes und ggf. Einbringen von Knochenersatzmaterial erforderlich sein.
  • Ist der Knochenabbau bereits zu weit fortgeschritten, kann das Implantat oft nicht mehr gerettet werden. In diesem Fall wird der Zahnarzt das Implantat entfernen, um dem unkontrollierten Herausbrechen zuvorzukommen.
  • Ist das Implantat bereits herausgebrochen, ist das Knochengewebe soweit geschädigt, dass im Einzelfall abzuprüfen ist, ob Knochenaufbaumaßnahmen und ggf. eine erneute Implantation infrage kommen.


Antiinfektiöse und antimikrobielle Spüllösungen



Bei einer beginnenden Periimplantitis bzw. Mukositis gilt es, die Konzentration der Entzündungserreger zu senken: Zu diesem Zweck wird zunächst die Implantatoberfläche gründlich gereinigt, wobei sowohl Handinstrumente wie auch Pulverstrahlgeräte zum Einsatz kommen können.

Um die Vermehrung der verbliebenen Erreger einzudämmen, verschreibt der Zahnarzt anschließend antibakterielle Spülungen. Ein häufiger Wirkstoff ist Chlorhexidin oder Triclosan.

In Rücksprache mit dem Zahnarzt können auch Heilpflanzen-Extrakte mit antimikrobieller und antiinflammatorischer Wirkung für Mundspülungen genutzt werden. Hierzu zählen insbesondere Salbei, Kamille und Teebaumöl.

Laserbehandlung bei Periimplantitis



Die Periimplantitis kann auch mit Laser-Licht behandelt werden. Bei der photodynamische Therapie macht man sich die sterilisierende Wirkung des CO2- bzw. Er:YAG-Lasers zunutze. Ziel ist die intensive Reinigung der Implantatoberfläche von Zahnbelägen und Entzündungserregern.

Die Sterilisation mit Laser kann auch bei einer Periimplantitis-bedingten Operation erfolgen, um den Wundbereich von schädlichen Bakterien zu säubern.

Medikamentöse Behandlung einer Periimplantitis mittels Antibiotika



Um das Abklingen der Entzündung zu unterstützen, wird die Periimplantitis häufig mit Antibiotika behandelt. Um eine zielgerichtete Therapie zu ermöglichen, empfiehlt sich ein PET-Test, um die ursächlichen Bakterien genau zu bestimmen.

Antibiotika können direkt als Gel in die Zahnfleischtaschen eingebracht werden oder oral als Tabletten verabreicht werden. Hier sind die Anwendungshinweise des Zahnarztes genau zu befolgen, insb. sollte die Antibiotika-Einnahme nicht vorzeitig unterbrochen werden.

Verursacht eine Periimplantitis Schmerzen?



Die Periimplantitis verursacht lange Zeit keine Schmerzen und ist deshalb besonders gefährlich. Oft übersehen die Patienten die Entzündungssymptome der Mukositis und wenden sich erst an den Zahnarzt, wenn sich das Implantat lockert, also bereits im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium.

Wie teuer ist die Behandlung einer Periimplantitis?



Die Kosten für eine Periimplantitis-Behandlung sind individuell verschieden, sie bemessen sich nach der Schwere der Erkrankung und den erforderlichen Therapiemaßnahmen.

Übernimmt die Krankenkasse die Behandlungskosten?



Da die gesetzlichen Krankenkassen Zahnimplantate nicht zur Regelversorgung im Bereich Zahnersatz zählen, ist bei Entstehung einer Periimplantitis in der Regel keine Übernahme der Behandlungskosten möglich.

Wenn Sie privat versichert sind oder eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen haben, ist die Periimplantitis-Therapie zumeist im Leistungskatalog enthalten: prüfen Sie Ihren Versicherungsvertrag bzw. erkundigen Sie sich beim Kundenservice nach einer möglichen Kostenübernahme!

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Letzte Änderung: 08. Oktober 2018
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