Wissenswertes über Zahnbehandlungen

Gingivitis

Bei einer Gingivitis bzw. Zahnfleischentzündung handelt es sich um eine recht häufige Erkrankung des Mundraums, die in den meisten Fällen komplikationsfrei ausheilt. Wird sie jedoch chronisch, kann sie sich zu einer gefährlichen Parodontitis ausweiten.

Im folgenden Text erläutert das Completdent-Team die Symptome, Ursachen und Verlaufsstadien der Gingivitis und erklärt, wie man diese Erkrankung behandeln bzw. ihr vorbeugen kann.

Was ist eine Gingivitis?



Als Gingivitis bezeichnet man eine Entzündung des Zahnfleisches (lat. gingiva). Diese Zahnfleischentzündung betrifft vor allem den Rand des Gewebes, der die Zahnhälse umschließt.

Gingivitis und Parodontitis – Wo liegt der Unterschied?


Bei der Gingivitis ist hauptsächlich der Zahnfleischsaum betroffen – bei der Parodontitis dagegen ist die Entzündung bereits tiefer in den Zahnhalteapparat vorgedrungen und betrifft auch die Wurzelhaut des Zahns sowie das Knochengewebe.

Welche Symptome treten bei einer Gingivitis auf?



Zu den typischen Symptomen einer Gingivitis zählen:

  • Rötung und Schwellung des Zahnfleisches
  • Zahnfleischbluten, insb. beim Essen und Zähneputzen
  • ggf. Schmerzempfinden bei Berührung
  • ggf. schlechter Atem
  • Eiterbildung im fortgeschrittenen Stadium

Bei einer chronischen Gingivitis dagegen treten nur selten Schmerzen auf. Unspezifische Kieferschmerzen und Fieber deuten zumeist auf eine schwere Ausprägung der Zahnfleischentzündung, nämlich auf die Nekrotisierende ulzerierende Gingivitis.

Wie lange dauert eine Gingivitis an?



Wie lange eine Gingivitis dauert, ist individuell verschieden und hängt davon ab, wie schwer die Entzündung und wie stabil das Immunsystem ist.

Wenn die Entzündung trotz verbesserter Mundhygiene und Behandlung mit Hausmitteln nach 1-2 Wochen nicht abklingt, ist eine zahnärztliche Behandlung anzuraten, um zu verhindern, dass die Gingivitis chronisch wird.

Welche Formen von Gingivitis gibt es?



Bei einer Gingivitis unterscheidet der Zahnarzt verschiedene Ausprägungsformen, die im Befund oft mit lateinischen Fachbegriffen vermerkt werden. Anhand der folgenden Auflistung können Sie entschlüsseln, was es mit dem Medizinerlatein auf sich hat:

  • Chronische Gingivitis: Die Zahnfleischentzündung verläuft langsam und schleppend, zumeist ohne Schmerzen, doch mit individuell unterschiedlichen Symptomen.
  • Desquamative Gingivitis: Hier bilden sich infolge der Entzündung Blasen unter der oberen Hautschicht des Zahnfleisches, schließlich schält sich das Epithel vom darunterliegenden Bindegewebe des Zahnfleisches ab. Die Untersuchung von Zellproben ermöglicht eine genaue Bestimmung der Ursache und die zielgerichtete Bekämpfung.
  • Gingivitis ulcerosa: Hier führt die Entzündung zur Geschwürbildung; zudem fühlen sich die Betroffenen oft krank und haben Fieber.
  • Gingivitis simplex: Dies ist die häufigste, einfache Form der Zahnfleischentzündung, die durch vermehrte Plaquebildung und die dadurch erhöhte Bakterienkonzentration verursacht wird.
  • Generalisierte Gingivitis: Hier betrifft die Entzündung des Zahnfleischsaums nicht nur einzelne Bereiche, sondern das gesamte Gebiss.
  • Plasmazelluläre Gingivitis: Diese Diagnose dürften Sie auf dem Befundbogen Ihres Zahnarztes nicht entdecken – sie beschreibt eine Zahnfleischerkrankung, die bei Katzen und anderen Haustieren auftreten kann.
  • Hyperthrophe Gingivitis: Infolge der Entzündung kommt es zur übermäßigen Vergrößerung der Gewebezellen, es bilden sich Zahnfleischwucherungen. Zu Beginn sind vor allem die Interdentalpapillen betroffen, also die Zahnfleischzipfel zwischen den Zähnen. Entstehen die Wucherungen dagegen durch den Zuwachs der Anzahl der Zellen, spricht man von einer Gingivahyperplasie.
  • Gingivitis marginalis: Die Entzündung betrifft hauptsächlich den Zahnfleischrand. Typischerweise geht dies mit verminderter Speichelsekretion einher. Die Gingivitis marginalis wird häufig synonym mit der Gingivitis simplex verwandt.


Die Nekrotisierende ulzerierende Gingivitis (NUG)



Die Nekrotisierende ulzerierende Gingivitis stellt eine sehr schmerzhafte akute Entzündungsvariante dar. Das Zahnfleisch stirbt, insbesondere im Bereich der Interdentalpapillen (Zahnfleischzipfel zwischen den Zähnen), ab und ist oft von grauen Schleimhautbelägen bedeckt.

Die NUG tritt am häufigsten bei Rauchern und stark gestressten Menschen auf, kann aber auch durch Schlafmangel, Mangelernährung und Immunschwäche infolge von Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme begünstigt werden. Auch orale Pilzinfektionen können hierbei eine Rolle spielen.

Neben den klassischen Entzündungssymptomen kommt es zur Bildung von Geschwüren, allgemeiner Schwäche und Unwohlsein, oft auch Fieber.

Die hormonelle Gingivitis



Schwankungen des Hormonhaushaltes können das Zahnfleisch anfälliger für Entzündungen machen. Besonders auffällig ist dies bei Sexualhormonen wie Androgenen, Östrogenen und Progesteron:

  • Pubertät – der sprunghafte Anstieg der körpereigenen Produktion von Sexualhormonen verändert die Mundflora. Zudem kommt es in dieser Lebensphase häufig zu Zusatzbelastungen durch nachlässige Mundhygiene, Zahnfehlstellungen infolge des Gebisswechsels bzw. Zahnspangen zu deren Korrektur.
  • Schwangerschaft – die Lockerung des Bindegewebes sowie die erhöhte Konzentration von Progesteron und Östrogen führt bei fast allen Frauen zur ‘Schwangerschaftsgingivitis’, da insb. das Progesteron als lokales Immunsuppresivum wirkt.
  • Menopause – der sinkende Östrogenspiegel erhöht zum einen die Konzentration an Entzündungsmediatoren und befördert zum anderen den Knochenabbau, was bei Ausweitung einer Gingivitis zur Parodontitis besonders gefährlich wird.

Zudem gibt es Hinweise, dass auch orale Kontrazeptiva (Anti-Baby-Pille) Auswirkungen auf die Entzündungsneigung des Zahnfleisches haben können. Hier ist ggf., in Rücksprache mit Zahnarzt und Frauenarzt, ein Wechsel des Präparats anzuraten.

Die akute Gingivitis



Bei der akuten Gingivitis flammt die Entzündung kurz und heftig auf. Die Beseitigung des Auslösers – gründliche Zahnreinigung, korrigierte Putztechnik bzw. Korrektur von Zahnspange/Zahnersatz – führt, gerade bei unterstützender Behandlung mit antientzündlichen Mundspülungen, in der Regel schnell zum Abheilen. Andernfalls kann die akute Gingivitis zur chronischen Gingivitis werden.

Welche Stadien der Gingivitis gibt es?



Typischerweise ist die Gingivitis eine kontinuierlich fortschreitende Erkrankung mit typischem Verlauf:

  • Gingivitis im Anfangsstadium betrifft den Zahnfleischsaum eines oder mehrerer Zähne. Sie kann sich bei weiterem Verlauf auf die gesamte Zahnreihe im Ober- und Unterkiefer ausweiten (generalisierte Gingivitis).
  • Gingivitis im fortgeschrittenen Stadium charakterisiert sich durch großräumig entzündetes Zahnfleisch und eine stark erhöhte Konzentration von Entzündungserregern.
  • Parodontitis entsteht häufig als Folge einer unbehandelten Gingivitis, wenn die Entzündungserreger vom marginalen Zahnfleisch tiefer in den Zahnhalteapparat vordringen.


Gingivitis – Behandlung beim Zahnarzt<7h2>

Sofern die Gingivitis nicht durch eine Verbesserung der Mundhygiene sowie die Behandlung mit Hausmitteln oder rezeptfreien Mundspülungen abklingt, sollten Sie einen Zahnarzt konsultieren.

Wie läuft die Behandlung beim Zahnarzt ab?



Die zahnärztliche Behandlung orientiert sich am Fortschritt der Entzündung:

  • Bei Gingivitis im Anfangsstadium hilft oft bereits eine Professionelle Zahnreinigung, das Auftragen eines entzündungshemmenden Gels sowie die Empfehlung einer antibakteriellen Mundspülung und die Anleitung zur verbesserten Mundhygiene.
  • Bei schwerer Gingivitis bzw. beginnender Parodontitis ist zudem eine intensive Reinigung der Zahnfleischtaschen, eine regelmäßige Desinfektion des Mundraums sowie eine Antibiotika-Therapie erforderlich.

Wie teuer ist die Behandlung beim Zahnarzt?



Die Kosten für eine Gingivitis-Behandlung hängen davon ab, welche zahnärztlichen Maßnahmen erforderlich sind und variieren je nach Schweregrad der Erkrankung und Mitarbeit des Patienten.

Die Behandlung gemäß Regelversorgung wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, zusätzliche Maßnahmen, wie bspw. eine Professionelle Zahnreinigung, müssen vom Patienten selbst bezahlt werden. Bei privaten Krankenversicherungen bzw. Zahnzusatzversicherungen ist die Kostenübernahme von der jeweiligen Versicherungspolice abhängig.

Gingivitis medikamentös behandeln



Zur Behandlung der Gingivitis kommen vor allem entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz. Diese werden zumeist als Gel oder Salbe direkt auf das Zahnfleisch aufgetragen.

Mundspülungen oder Mundsprays mit antibakteriellen Wirkstoffen werden eingesetzt, um die Bakterienkonzentration im Mund zu senken
.
Eine schwere Gingivitis bzw. beginnende Parodontitis wird oft auch mit Antibiotika behandelt – entweder als lokales Gel, das der Zahnarzt aufträgt, oder als rezeptpflichtige Tabletten aus der Apotheke.

Gingivitis – Mit Hausmitteln selbst behandeln



Zu den bewährten Hausmittel bei Gingivitis zählen Mundspülungen mit antientzündlichen Heilpflanzenextrakten. Einfach und wirksam sind lauwarmer Kamillentee, Salbeitee und Meersalz-Lösungen. Auch Nelkenöl ist für seine antiseptische Wirkung bekannt.

Verdünnter Apfelessig eignet sich ebenso, sollte aufgrund der enthaltenen Säure jedoch nicht zu oft und nicht direkt vor dem Zähneputzen angewendet werden.

Akute Schmerzen lassen sich auch durch Kühlung lindern – bspw. eine Mundspülung mit kaltem Wasser oder kalte Wangenkompresse.

Gingivitis während der Schwangerschaft



Aufgrund der hormonellen Veränderungen infolge der Schwangerschaft ist das Zahnfleisch bei werdenden Müttern besonders entzündungsanfällig. Weitet sich die Gingivitis zu einer Parodontitis aus, gefährdet dies nicht nur die Stabilität der betroffenen Zähne. Zudem besteht auch die Gefahr, dass Krankheitserreger in die Blutbahn eindringen und damit das Risiko einer Frühgeburt erhöhen.

Gingivitis bei Kindern und Babys



Auch Babys und Kleinkinder können an einer Gingivitis erkranken. Besonders leicht entzündet sich das Zahnfleisch beim Zahnen, wenn das Gewebe durch den Druck der durchbrechenden Zähnchen gereizt ist.

Zudem kann sich bereits auf dem allerersten Zahn Plaque absetzen, daher ist auch bei Babys und Kleinkindern tägliches Zähneputzen gefragt, um eine Gingivitis aufgrund mangelnder Mundhygiene zu vermeiden.

Wie kann ich einer Gingivitis vorbeugen?



Die beste Vorbeugung gegen Gingivitis ist die tägliche Mundpflege: Morgens und abends 2 Minuten Zähneputzen genügt, um Plaque zuverlässig zu entfernen. Als zusätzliche Prophylaxemaßnahme empfiehlt sich 1-2 Mal jährlich die Professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt.

Wer zu Zahnfleischentzündungen neigt, kann die Zahnputz-Routine um eine Mundspülung mit Heilpflanzenextrakten erweitern und die Zahnbürste regelmäßig desinfizieren, zudem empfiehlt sich Rauchverzicht.

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Letzte Änderung: 10. Oktober 2018
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